Inflation ist ein wirtschaftliches Phänomen, das uns alle betrifft, Privatpersonen genauso wie Unternehmen. Sie beeinflusst die Preise, die wir für Waren und Dienstleistungen zahlen, und reduziert die Kaufkraft unseres Geldes. Doch was genau steckt hinter diesem Begriff? Wie kommt es zu Preisanstiegen, welche Rolle spielen Faktoren wie Angebot, Nachfrage und Geldpolitik dabei? Dieser Fragen beantwortet unser Artikel kurz und knapp, leicht verständlich.
Zuerst sioll die Frage beantwortet werden, was Inflation ist: Inflation ist der Prozess, bei dem die Preise für Waren und Dienstleistungen im Laufe der Zeit steigen. Dies führt dazu, dass die Kaufkraft des Geldes abnimmt, da man für den gleichen Betrag weniger kaufen kann.
Der nachfolgende Chart zeigt die Inflation im Euroraum seit 1998 (Quelle: Eurostat):
Ein moderates Maß an Inflation wird oft als Zeichen einer wachsenden Wirtschaft angesehen, aber eine zu hohe Inflation kann zu wirtschaftlichen Problemen führen, wie z.B. einer Verringerung der Ersparnisse und einer Erhöhung der Lebenshaltungskosten oder gar das Geld seine Funktionen verlieren kann.
Inflation entsteht durch verschiedene Faktoren, die die Preise für Waren und Dienstleistungen in die Höhe treiben. Hier sind einige der Hauptursachen:
Angebotsinflation: Wenn die Produktionskosten steigen, z.B. durch höhere Löhne oder teurere Rohstoffe, geben die Unternehmen diese Kosten oft in Form von höheren Preisen an die Verbraucher weiter.
Nachfrageinflation: Wenn die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen schneller steigt als das Angebot, erhöhen die Produzenten die Preise. Dies kann durch eine starke Wirtschaft, steigende Einkommen oder staatliche Ausgaben verursacht werden.
Geldmengeninflation: Wenn die Zentralbank die Geldmenge erhöht, z.B. durch das Drucken von mehr Geld oder durch niedrige Zinssätze, kann dies zu einer höheren Nachfrage und damit zu steigenden Preisen führen.
Diese Faktoren können einzeln oder in Kombination auftreten und die Inflation beeinflussen. Um die Inflation zu kontrollieren, setzen Zentralbanken und Regierungen verschiedene geld- und fiskalpolitische Maßnahmen ein. So versuchen die Zentralbanken, die Inflation durch geldpolitische Maßnahmen wie Zinserhöhungen oder die Kontrolle der Geldmenge zu steuern. Aktuell ist die Inflationsrate in Europa im Rahmen des von der Europäischen Zentralbank angestrebten Inflationsziels von 2%.
Nachfrageseitige bzw. Geldmengeninflation spielen derzeit eine untergeordnete Rolle. Was allerdings auf Sicht der nächsten Quartale und Jahre im Auge behalten werden sollte, sind die Rohstoffepreise, die eine angebotsseitige Inflation hervorrufen können. Dies ist in den vergangenen Jahren bereits geschehen.
Im Schaubild dargestellt sind die Rohstoffpreise gemessen von Goldman Sachs:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Inflation immer aus einem Ungleichgewicht zwischen Geldmenge und Warenmenge resultiert. Erhöht sich die Geldmenge schneller als die gegenüberstehende Warenmenge, so entsteht Inflation. Aus welchem Grund dieses Ungleichgewicht entsteht, ist irrelevant und kann unterschiedliche Ursachen haben.
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